Sprechen erfolgt voll automatisiert ... Durch einen Schlaganfall oder ein anderes neurologisches Ereignis können diese Abläufe des Sprechens gestört werden.
Von einer Sprechapraxie sprechen wir immer dann, wenn die Aussprache schwierig ist, obwohl die zum Sprechen notwendigen Sprechorgane und Muskeln gesund sind. Allein die Planung der Aussprache/ Lautbildung ist bei den Betroffenen gestört. Dies ist bedingt durch Läsionen/Erkrankung der motorischen Areale im Gehirn. Der Patient verfügt bei einer reinen Sprechapraxie über alle zum Sprechen notwendigen Funktionen der Wortfindung, Grammatik und Satzbildung
Dass die Aussprache, das Sprechen, nicht gelingen will, ist für den Betroffenen häufig sehr frustrierend. Patienten haben ihre Gedanken in Worte gefasst, die Sprechorgane könnten normal artikulieren – doch die Impulse vom Gehirn zu den Muskeln können nicht korrekt weitergeleitet werden, so dass Sprache nicht erfolgt, oder nur sehr angestrengt möglich ist. Das gleiche gilt für die Koordination von Stimme und Atmung. Die Stimme klingt ungelenk und monoton, manchmal auch gepresst.
Bei Patienten mit Sprechapraxie wird die Lautbildung/Stimmgebung, die normal automatisiert erfolgt, wieder neu erarbeitet. Schrittweise wird die Aussprache der Laute systematisch angegangen. Durch therapeutische, lautunterstützende Führung der Artikulationsorgane in die richtige Bewegung, kann dem Patienten die Lautbildung deutlich gemacht werden.
Häufig tritt die Sprechapraxie als eine Begleiterscheinung bei einer Aphasie auf. Es liegt im Aufgabenfeld unserer diagnostischen Arbeit, diese beiden Erscheinungen gut voneinander abzugrenzen.
Patienten mit Sprechapraxie möchte ich unbedingt zu einem täglichen Training motivieren ... jede Wiederholung ist ein Schritt zu einem „mehr“ an neu erworbener Automatisierung.